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Macerator: La Luz (Review)

Artist:

Macerator

Macerator: La Luz
Album:

La Luz

Medium: LP/Download
Stil:

Alternativ-, Indie- und Retro-Rock, Folk, Singer/Songwriter, Soul, Americana, Psyche

Label: Grifter Records
Spieldauer: 42:43
Erschienen: 22.09.2026
Website: [Link]

„Es gibt Platten, die schickt man herum, weil sie veröffentlicht werden. Und es gibt Platten, die schickt man herum, weil man sie einfach nicht für sich behalten kann. 'La Luz' von MACERATOR gehört eindeutig zur zweiten Sorte. […] Also tut mir einen Gefallen: Hört Euch die Platte an. Nehmt Euch eine halbe Stunde Zeit. Wenn sie Euch danach nicht mehr loslässt, wisst Ihr, warum sie jetzt bei Euch gelandet ist.“ (Exile On Mainstream Records in ihrem Promo-Anschreiben zu „La Luz“ von MACERATOR, dem man erst nicht glauben will, dann aber beeindruckt zustimmen muss!)

Gerne arbeiten Platten-Label, wenn sie ihre Bands und Alben präsentieren, mit deutlichen Überhöhungen, die man als Kritiker nach dem ersten Hördurchgang nur traurig weglächeln und dann wegschreiben kann.
Mitunter klingen die Ankündigungen aber dermaßen euphorisch, dass man sich zumindest mit viel Interesse und Neugier dem ersten Hördurchgang stellt – besonders wenn einem die Band bis dato noch nichts sagte.
Der schönste Kritiker-Moment aber ist der, wenn sich besagte Vorankündigungen auf dem Plattenteller dann als keine Übertreibung, sondern ein echter Volltreffer erweisen – so wie im Falle von „La Luz“ der Alternativ-, Indie- und Retro-Rocker aus San Francisco, die zwar bereits zu den älteren Rockmusik-Eisen gehören, aber frischer und authentischer Klingen, als viele ihrer jüngeren Artgenossen.


Wer MACERATOR nicht kennt, der hat bisher eine ganz große Nummer voller rockigem (Zeit-)Geist und groovender Seele verpasst. Denn die 10 Songs plus der zwei zusätzlich melodramatischen, instrumentalen „Interludes“ mit feinsinnig-isländischem Flair auf „La Luz“ verblüffen einen auf der ganzen Breitseite anspruchsvoller Rockmusik der Zeiten, als diese noch mit analogen Mitteln und klarem Stereo-Klang ihre ganze Schönheit entfaltete.

Daher ein paar Worte zur Geschichte hinter der Band, die zudem mit einer charismatischen Sängerin so richtig punkten kann. MACERATOR stellen unter ihrer Homepage passend fest: „Zu manchen Stücken kann man tanzen, zu anderen weinen!“, um dann zu folgender Beschreibung überzugehen: „MACERATOR ist eine Rockband, deren Mitglieder allesamt Veteranen der San-Francisco-Musikszene sind. Sie haben es sich zum Ziel gesetzt, ihren Zuhörern etwas Besonderes zu bieten. Nach dem Tod von Ralph Stanley gründeten John Stanley, Eve Bekker und Nancie Lualhati eine Country-Coverband aus San Francisco. Dadurch wurde ihre Liebe zum Spielen und Komponieren eigener Lieder neu entfacht. Sie erspielten sich eine treue Fangemeinde. Schließlich zog Eve nach Frankreich und die Band entwickelte sich mit Bruce Ducheneaux und Mo Fleischmann weiter.“


Die Musik hinter „La Luz“ zu beschreiben oder gar einzuordnen, kommt einem Unding gleich. Denn hier gibt es neben der ganzen Alternativ-, Indie- und Retro-Rock-Palette zugleich Folk-, Singer/Songwriter-, Soul- und Psyche- sowie Americana-Ausflüge zu bewundern, die einen gerade darum so verblüffen, weil all das in der knappen Musikdreiviertelstunde tatsächlich nahtlos zusammenpasst, sich ergänzt und immer wieder in gemeinsamen Klängen (auch oder gerade durch die beiden „Interludes“) miteinander vereint, wobei der ausdrucksvolle Gesang das Konzept wie einen roten Faden fest zusammenhalten.
Bei der Instrumentierung wird zudem zusätzlich auf Bläser oder Glockenspiele, Geige, Bratsche und Akkordeon zurückgegriffen. Ein Garant dafür, dass kein Song auf „La Luz“ dem anderen gleicht – und große Momente voller Melancholie und Trauer sich mit zum Tanzen einladenden Rhythmen oder dem ganz großen, seelenvollen Groove abwechseln.


Erfreut stellt man vor dem ersten Hördurchgang zudem fest, dass sich in der LP ein großer Einleger mit allen lesens- und hörenswerten Texten befindet. Einer davon („Psalm“) ist sogar mehrsprachig, was dem Album zudem einen weltmusikalischen Farbtupfer verleiht.
Obwohl die gesamte LP eine Aura umgarnt, die den Hörer wie ein Kokon umschließt, der dann am Ende den farbenfrohen Schmetterling frei flattern lässt, um mit seinen Flügelschlägen dieses „Back To The Roots“-Erlebnis zu entfesseln, aber selber so eigenständig schön wirkt, dass ihn keinerlei Staubpatina überzieht und völlig das Gefühl eines freiheitsliebenden Songs wie „Free as a Bird, Free as a Stone“ ausgelebt werden darf.


Ganz am Ende gibt’s für den LP-Käufer (CD's werden – vielleicht auch darum – von „La Luz“ nicht veräußert) noch eine Endlosrille inklusive, von der man sich gerne überraschen lassen darf. Wie diese klingt, wird hier nicht verraten. Einfallsreich ist sie – wie das Album in seiner totalen Gesamtheit – allemal.
Dafür soll an dieser Stelle aber ein anderes Geheimnis offenbart werden – nämlich was sich hinter dem Song-Kürzel „OMDR“ versteckt.
Eine echte Revolution!
Wirklich?!
Zwar nicht ganz die der BEATLES, als sie diese umstritten auf ihrem 'Weißen Album' als experimentell-elektronische Nummer 9 entfachten, sondern die „Oh my darling, Revolution“, wobei vermutet werden darf, dass MACERATOR die britischen Pilzköpfe nicht nur leidenschaftlich verehren, sondern gerne auch in deren Geist musizieren.


FAZIT: MACERATOR bringen sich, ihre Musik und das großartige Album „La Luz“ tatsächlich selber auf den Punkt, wenn sie erklären: „Musik ist ein trotziger Akt der Hoffnung!“ Auf „La Luz“ trotzen sie allen eingefahrenen oder mainstreamig breitgelatschten musikalischen Anpassungsdevisen, um irgendwelche unehrlichen Erfolge zu generieren. Diese alten Hasen samt singender Häsin aus San Francisco leben, lieben und authentisieren ihren steinigen und alternativen Rock, der in der Vergangenheit schwelgt, aber so sehr nach echt handgemachter Gegenwart klingt, dass „La Luz“ zu einem der besten Alben dieses Jahres nicht nur gezählt werden darf, sondern gezählt werden muss.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 31x gelesen, veröffentlicht am )

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  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Wertung: 14 von 15 Punkten [?]
14 Punkte
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Tracklist:
  • Seite A (23:28):
  • Young Ulysses (4:08)
  • How Do I Get to You? (3:57)
  • OMDR (3:24)
  • Inevitable Machine (5:54)
  • Interlude, Part I (2:34)
  • Alabaster (3:31)
  • Seite B (19:15):
  • A Terrible Truth: Hopeful as a New Year (4:15)
  • Free as a Bird, Free as a Stone (3:14)
  • Coming Out to Me (3:14)
  • La Luz (3:04)
  • Interlude, Part II (2:00)
  • Psalm (3:28)

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

  • La Luz (2026) - 14/15 Punkten
Interviews:
  • keine Interviews
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