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Vlimmer: Hintersommer (Review)

Artist:

Vlimmer

Vlimmer: Hintersommer
Album:

Hintersommer

Medium: CD/LP/MC/Download
Stil:

Post-Punk, Shoegaze, Darkwave, Industrial

Label: Blackjack Illuminst Records
Spieldauer: 45:41
Erschienen: 21.11.2025
Website: [Link]

VLIMMERs „Hintersommer“ vertont die Schwelle zwischen Erinnerung und Abschied, zwischen Wärme und Zerfall und steht damit, philosophisch betrachtet, an der Schwelle zwischen Leben und Tod. Alexander Leonard Donat behandelt also auch diesmal bedrückende Themen und will das Leben und seine Kreisläufe hinterfragen.
Die Musik dazu klingt bisweilen klinisch kalt und undurchdringlich. Damit geht eine emotionale Distanz einher, die sich nicht selten in Stoizismus verläuft, während kühle Beats verspielt schräge Synthesizer vor sich hertreiben.


Im Gegensatz dazu liegt im markanten (nicht selten monotonen) Sprechgesang von Alexander Leonard Donat eine sensibel-poppige Note, die Stücken wie „Sommergesicht“ oder dem Opener „Gleichbau“ eine aufgekratzte Traurigkeit verleiht, die im Verlauf des Albums immer mehr in Unbehagen umschlägt.
Stücke wie „Diskoloration“ wirken angespannt. Reduzierte Sounds suggerieren einen Barfußlauf auf Reisnägeln, während die partiell eingestreuten Melodien kurze Momente des Aufwachens oder auch des Schmerzes erahnen lassen.


Die abstrakt formulierten Texte tun ihr Übriges und zeichnen ein groteskes Bild von emotionalem und körperlichem Schmerz, den das lyrische Ich als Notwendigkeit zur Lebenserfahrung ansieht. Gleichzeitig finden sich Themen wie Verlustangst, Konfrontation und Selbstzweifel in den Stücken. Wodurch die klangliche Hektik von Titeln wie „Hirnklammer“ einen immerwährenden, nervösen Kreislauf vertont, dessen Ausweg entweder in Selbstzerstörung mündet, oder in einer emotionalen Katharsis, aus welcher der Betroffene immerhin halbwegs gestärkt herausfinden kann.


FAZIT: VLIMMERs „Hintersommer“ hat wenig mit der Sonnenjahreszeit zu tun, denn mit Texten über Verlustängste und andere emotionale Krisen, lassen sich in den eklektischen Kompositionen zwischen Post-Punk und allerlei Elektronika kaum sommerliche Gefühle ausmachen. Als Anstoß um sich selbst und den Sinn der Existenz per se zu hinterfragen, liefert das Album aber interessante und auch erstaunlich zugängliche Kost, wodurch manch abstraktes Textbild schneller nachzuvollziehen ist, als es anfangs scheint.

Dominik Maier (Info) (Review 28x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 10 von 15 Punkten [?]
10 Punkte
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Tracklist:
  • Abb. 1
  • Gleichbau
  • Sommergesicht
  • Cystacanca
  • Diskoloration
  • Firmament
  • Interieur
  • Hirnklammer
  • Augenboden
  • Ganzteil

Besetzung:

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