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Mark Wingfield: Elemental (Review)
| Artist: | Mark Wingfield |
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| Album: | Elemental |
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| Medium: | CD/Download | |
| Stil: | Jazz Rock, Fusion |
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| Label: | MoonJune Records | |
| Spieldauer: | 56:02 | |
| Erschienen: | 05.12.2025 | |
| Website: | [Link] |
Wenn MARK WINGFIELD zur Gitarre greift, dann sind die Erwartungen bei ihm wie bei den Hörern hoch. Denn schließlich gilt er in Musikerkreisen als einer der besten Gitarreros, ein Wunderkind an den sechs Saiten, der mit dem 'Who Is Who' der modernen progressiven Jazz-Rock-Szene (GARY HUSBAND, DWIKI DHARMAWAN, MARKUS REUTER, ASAF SIRKIS, YARON STAVI und vielen mehr) zusammenarbeitet und immer die musikalische Ausrichtung seiner Mitspieler maßgeblich mit den oft von vielen Electronics und Soundscapes angereicherten Saiten-Klängen gestaltend bereichert.
Rein solistisch allerdings trat er bis dato noch nicht in den Mittelpunkt seines Musikschaffens.
Da passt natürlich ein Album mit dem Titel „Elemental“ nunmehr bestens zu ihm: Elementar gerade deswegen, weil Wingfield sein aktuelles Album in kompletter Eigenunion einspielte und sich ausschließlich auf sein Können an der Gitarre, den Keyboards sowie Electronics und Soundscapes verließ. So erheben sich die einzelnen – insgesamt 10 – Instrumentalstücke darauf dann ganz ähnlich wie die malerischen Gesteinsbrocken inmitten der puren Natur auf dem Frontcover.
Hört man „Elemental“, so werden häufig Gedanken an einen PHIL MANZANERA oder ROBERT FRIPP, aber auch ADRIAN BELEW und natürlich MARKUS REUTER (STICK MEN), mit dem Wingfield bereits so einige gemeinsame Musik-Exkursionen unternahm, geweckt. Auch fallen die immer wieder weltmusikalischen Ausflüge auf, wenn beispielsweise indianische Trommeln in „Taman Negara“ oder „Falcons Ridge“ erklingen, bzw. gleich der Album-Opener auf eine Natürlichkeit setzt, aus der sich dann das hohe Gitarrenspiel Wingfields erhebt.
Auf „Elemental“ verlässt sich Wingfield ausschließlich auf seine eigenes Können. Nicht nur an allen Instrumenten, sondern auch beim Mix und Mastering, wobei er bei all den gelungenen Effekten und Stereo-Spielereien („Suntar“ oder „Seven Bridges“ voller minimalistischer ENO/FRIPPscher Klangtexturen) sowie dem Höhen- und Tiefen-Pegel ein geschicktes Händchen beweist.
Oft überwiegen hierbei die ruhigeren Harmonien. Sogar Melodien, die sofort im Ohr hängen bleiben, tauchen auf, schweben durch den Raum wie ein erhabener Albatros am blauen Himmel überm Ozean, obwohl sich am Horizont die ersten Gewitterwolken ankündigen. Ambient-Kitsch zur Entspannung ist garantiert nicht MARK WINGFIELDs Sache, selbst wenn es so einige entspannende Momente auf „Elemental“ gibt. Das hat eher etwas von einem Natur-Soundtrack als von esoterischen Schwingungen, zu denen man sein 'Om' murmelt.
Wenn dann die Zeichen auf Sturm im wingfieldschen „Elemental“-Kosmos stehen, also „A Sign In The Weather“ beginnt und mit dem „Silver Wind“ endet, dann dürfen wir ansatzweise als die Wettergötter die ganz großen TERJE RYPDAL oder einen ALLAN HOLDSWORTH, der bis zu seinem Tod schon Bands wie SOFT MACHINE oder PIERRE MOERLENS GONG und UK ungemein bereicherte, heraushören. Eine feine Retro-Erfahrung, die dem Album ein großes Finale verleiht, welches mit „Tantallon“ zum letzten Streich ausholt. Es wird ziemlich melancholisch im das Album abschließenden Siebenminüter – so als ziehe auf einer elektronisch basierten, etwas dem Ambient zugeneigten, Grundlage die Abenddämmerung auf, wobei sich die Gitarre wie eine Sternschnuppe immer wieder in den Mittelpunkt rückt und aufleuchtet, sogar so einigen Druck aufbaut.
Nach diesem Finale hat man Lust, sofort wieder die Repeat-Taste zu drücken, die Augen zu schließen und gleich nochmal am Stück alle Harmonien hinter „Elemental“ zu genießen.
FAZIT: Zum ersten Mal verlässt sich der englische Gitarrist MARK WINGFIELD voll und ganz auf sich allein (nicht nur musikalisch, auch klang- und produktionstechnisch), wobei man auch hier seine Leidenschaft für indische, japanische und afrikanische Klänge heraushört, über denen aber immer eine Vielzahl von Electronics und natürlich das recht einzigartige (am ehesten an einen ROBERT FRIPP erinnernde) Wingfield-Gitarrenspiel schweben und insgesamt auf angenehm ruhige Harmonien setzen. „Elemental“ wird so genau zu dem Album, was sein Titel verspricht: ein elementares Solo-Werk von MARK WINGFIELD, der sonst oftmals die Jazz-Rock-Szene gemeinsam mit solchen Größen wie GARY HUSBAND, DWIKI DHARMAWAN, MARKUS REUTER, ASAF SIRKIS oder YARON STAVI aufmischt.
- 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
- 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
- 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
- 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
- 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
- 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
- Hope Valley
- We Live Here
- Taman Negara
- Suntar
- Falcons Ridge
- Zag Zig
- Seven Bridges
- A Sign In The Weather
- Silver Wind
- Tantallon
- Gitarre - Mark Wingfield
- Keys - Mark Wingfield
- Sonstige - Mark Wingfield (Electronics, Soundscapes, Programmierung)
- Proof Of Light (2015) - 12/15 Punkten
- Tales From The Dreaming City (2018) - 12/15 Punkten
- Elemental (2025) - 11/15 Punkten
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