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Alcantara: Tamam Shud (Review)

Artist:

Alcantara

Alcantara: Tamam Shud
Album:

Tamam Shud

Medium: CD/Download
Stil:

Progressive- und Psychedelic-Rock, Worldmusic, Art Pop

Label: Alcantara/Just For Kicks
Spieldauer: 43:29
Erschienen: 15.05.2026
Website: [Link]

„'Tamam Shud' läuft wie ein innerer Film ab, in dem sich psychedelische Musik mit dem Progressive Rock vereint, Blues-Elemente auftauchen und der Gesang wie ein rituelles Instrument erscheint. Der Titel – der auf Persisch 'Es ist vorbei' bedeutet – ist entscheidend: Was sich schließt, ist ein Kreislauf, doch was sich öffnet, ist ein grenzenloses klangliches Schwindelgefühl.“ (Beschreibung zur Wirkung des Albums im Inneren des 12-seitigen Booklets)

Und schon wieder ist es um einen geschehen, wenn er progressive Rockmusik und Kopfkino liebt, außerdem noch auf progressive, soundtechnisch großartige Klangwelten italienischer Prägung steht, die noch dazu gar zweisprachig mit charismatischem Gesang vorgetragen werden!


Unter diesen Voraussetzung wird man ALCANTARA aus Italien und ihrem neusten Werk „Tamam Shud“ verfallen. Die Italiener erscheinen im Geiste manchmal wie die Prog-Brüder ihrer französischen Entsprechung von LAZULI zu sein.

Aber die Jungs können auch Pompeii-floydianische Psyche-Welten entfalten, durch die sie anfangs in „Il Distacco“ wandeln.


Akustische und elektrische sowie Slide-Gitarren bestimmen oft das Klangbild, während nach und nach die Keyboards und Bässe für immer fettere Sounds sorgen. Die Stücke steigern sich, sind spannungsgeladen aufgebaut und bestechen durch ihre durchgängige Kombination aus englischem und italienischem Gesang, wobei immer wieder diese früh-psychedelischen Floydismen mal hinter-, mal vordergründig durchschimmern.


Positive Gefühle sind allerdings nicht ALCANTARAs Sache.
Denn der persische Albumtitel lautet übersetzt 'Es ist vorbei'. Hier schließt sich also der Kreis – was bleibt ist ungewiss. Oder wie es das italienische Sextett – mit immerhin gleich drei Gitarristen – selber ausdrückt: „Es ist ein vielschichtiges, tiefgründiges Album, das sich von ätherischen Atmosphären und kosmischen Öffnungen nährt. ALCANTARAs Rock strebt nicht nach sofortiger Wirkung: Er schleicht sich langsam ein, wie Sand in der Zeit, und offenbart seine Stärke in den Details und den Pausen.“


Klingt geheimnisvoll und etwas schwer verständlich.
Klingt eben genauso wie „Tamam Shud“, die neben floydianischer Atmosphäre auch auf post- und psyche-affine (MOGWAI) sowie düstere (DEAD CAN DANCE) Klänge setzen. Selbst gewisse Americana-Momente, die einen tief in die unendliche Wüste der Easy-Rider-Generation („Sail“) oder der DOORS-Sturmreiter („Tamam Shud“) entführen, tauchen überraschend auf.

Tamam Shud“ ist von der ersten bis zur letzten Minute ein Erlebnis, das eigentlich nie vorbeigehen dürfte, egal, was einem der Titel vorhersagt.


ALCANTARA sind Prog-Zauberer mit einem Hang zu ihren Hörern, an die sie klare Erwartungen haben – und die man ihnen unbedingt zum vollen Genuss des Albums auch erfüllen sollte: „Für alle, die es lieben, zu reisen, ohne sich zu bewegen, für alle, die ganze Alben anhören und sich in den Details verlieren. Für alle, die nach Musik suchen, die nicht schreit, sondern vibriert. Perfekt für alle, die Pink Floyd, Dead Can Dance, Mark Lanegan, Radiohead oder Post-Rock wie Godspeed You! Black Emperor geliebt haben – aber auch für alle, die einen zeitgenössischen, intensiven und persönlichen Stil entdecken wollen.“
Der Kritiker ist jedenfalls so einer.
Der Kritiker hat sich nach ein paar Hördurchgängen unsterblich in „Tamam Shud“ von ALCANTARA verliebt, wozu neben der wunderbaren Musik auch die ebenso wunderbare Gestaltung im Digipak samt 12-seitigem Booklet mit allen Texten und verträumt-schönen Bildern beiträgt.


FAZIT: Ein Album, das von der ersten Minute an eine unglaublich fesselnde Atmosphäre verbreitet – progressiv, psychedelisch, folkloristisch und irgendwie immer mit einem vorsichtig floydianischen Anstrich versehen, der noch dazu zweisprachig (englisch und italienisch) mit faszinierendem Gesang seine ganze Schönheit entfalten darf, um am Ende mit der düsteren Erkenntnis „Es ist vorbei“ aufzuwarten! Was das italienische Prog-Sextett ALCANTARA auf „Tamam Shud“ musikalisch und soundtechnisch zugleich aus ihrem sich schließenden Kreis hervorzaubert, ist nicht nur beachtlich, sondern oftmals absolut faszinierend und hypnotisch zugleich. Diese Prog-Perle ist eine echte Entdeckung!

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 76x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 14 von 15 Punkten [?]
14 Punkte
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Tracklist:
  • Terry G
  • Il Distacco
  • Distant Star
  • Tamam Shud
  • Sail
  • Woodwo Vertigo

Besetzung:

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